Kackvertrag, öhm Koalitionsvertrag, sry.

Ärger, Chaos und was in die anderen Foren nicht hineinpaßt
74min
Beiträge: 894
Registriert: 23.06.2001

Kackvertrag, öhm Koalitionsvertrag, sry.

Beitragvon 74min » 28.11.2013 - 09:04

' habe willkürlich ein paar Ökonomen herausgesucht zum Thema Koalitionsvertrag:

2013/11/28
Gerade eben erst überreichte der Vorsitzende des Sachverständigenrates der Bundesregierung, Christoph Schmidt vom RWI Essen, die ökonomische Bewertung des Koalitionsvertrages als "oberster Wirtschaftsweise".
In der Regel werden solche Gutachten ja seitens der Politik weitgehend und unverzüglich ignoriert.
Wenig überraschend konnte man auch mit "noch soviel" Mathematik und gutem Willen nicht weggreden, dass Steuererhöhungen nach 2015 nahezu unvermeidbar sind. Auch höhere Beiträge bei abschlagsfreier Rente ab 63 sowie der "solidarischen Lebensleistungsrente" seien unvermeidbar bzw müssten über das Steuersystem begleitet werden.

Doch nicht nur das: auch wird das eh' schon vom Demografi-Kollaps bedrohte Rentensystem mit diesem Koalitionsvertrag noch weiter destabilisiert. Ob man das jahrzehntelange Chaos hierbei noch weiter verschlechtern kann? Man soll evtl niemals nie sagen; die Stufe Geld direkt zu verbrennen haben wir noch nicht erreicht, oder?
;)

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung befindet sich im Herzen des Ruhrgebiets, Essen.
In 2013 lautet einer der RWI Schriften von Neumann,Trettin und obigen Herrn Schmidt: "Förderung der Lokalen Ökonomie – Fallstudie im Rahmen der Evaluation des Programms Soziale Stadt NRW".
Nur damit man den Herrn ein wenig besser einordnen kann ;)


Clemens Fuest, Präsident des Zentrums für europäische Wirtschaftsordnung, bewertet dies ähnlich. Er erinnert noch an die hierzu zu erwartende Steigung der Sozialversicherungsbeiträge und erinnert daran, dass dies alles "Beschäftigungskiller" sind zu einer Zeit, in der man eigentlich mehr Beschäftung dringend benötigt.
Er ist übrigens u.a. auch Prof. der Volkswirtschaftslehre und bekannt auch für sein Skepsis, ob die derzeitige europäische Politik überhaupt fähig ist eine Krisenbewältigung erfolgreich zu leisten.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 01759.html

Ein amerikanischer Ökonom hat die Tage ein paar Thesen ein wenig medienwirksamer heruntergebrochen, der Geldtheoriker Adam Posen:
http://www.handelsblatt.com/politik/kon ... 01234.html
daraus 'mal willkürlich:

(...)Im Verhältnis zur Produktivität sind die Löhne in Deutschland zu niedrig. Die Arbeiter werden abgezockt. Deutschland konkurriert nicht über die Qualität sondern über den Preis, sonst wären die Löhne nicht so niedrig.(...)
Das haben die europäischen Regierungschefs unserer Kanzlerin schon ein paar mal gesagt: Billiglohndruck Deutschlands erzeugt immensen europäischen Druck auf unsere Nachbarn.
Btw: interessant hier seine Sichtweise zur Bewertung von Wirtschaftsforschungsinstituten; er favorisiert das DIW ;)

ach, noch eine Sache von ihm:
(...)Warum sollten die deutschen Gewerkschaften zu niedrige Löhne akzeptieren?

Die Gewerkschaften hatten Angst, Mitglieder zu verlieren. Viele Firmen haben Teile ihrer Produktion nach Osteuropa verlagert, daher standen die Gewerkschaften unter Druck und waren zu Zugeständnissen bereit. Um ihre Mitgliederzahl zu halten, haben sie alles andere geopfert.(...)


Einzig und ausgerechnet die Gewerkschaften finden das Koalitionspapier total toll. Wieso haben wir eigentlich in D so bescheidene Gewerkschaften?
Das ist einfach ein unwürdiges Trauerspiel aus meiner Sicht...

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/g ... 38540.html

Aua. ;D
ich kannnicht wohnt in der ichwillnichtstraße!

Zurück zu „Brennholz“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste

cron